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Betreuungsmodelle

Kinder bei der Trennung

Ihre Optionen sich mit dem Partner um die Kinder zu kümmern

Derzeit gibt es drei Modelle für die Kinderbetreuung nach der Trennung: Das Residenzmodell, das Wechselmodell und das Nestmodell. Das Residenzmodell ist in Deutschland der Regelfall, beim Wechselmodell betreuen beide Eltern das Kind ungefähr hälftig, und beim Nestmodell bleibt das Kind im Familienheim, während die Eltern abwechselnd dort wohnen.

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Ich verhelfe Kindern und Eltern zu ihren Rechten

Ihre Kinder haben einen Anspruch darauf, dass beide Elternteile weiter für sie da sind. Ich sorge dafür, dass die Interessen Ihrer Kinder im vollen Umfang gewahrt werden.

Betreuungsmodelle

Kinderbetreuung nach der Trennung

Für und wider des Residenzmodells

Beim Residenzmodell lebt das Kind überwiegend bei einem Elternteil; der andere hat Umgang und zahlt in der Regel Barunterhalt. Dieses Modell ist organisatorisch meist am einfachsten und für Kinder oft am stabilsten, weil Wohnung, Schule und Alltag konstant bleiben.

Vorteile:

  • Wenig organisatorischer Aufwand: In der Regel findet eine konkrete Absprache direkt nach der Trennung statt oder bei der Scheidung statt. Diese bleiben über Jahre bestehen, oft bis zur Volljährigkeit der Kinder.
  • Klare Zuständigkeiten im Alltag: Ein Elternteil ist für alle täglichen Belange zuständig, dieser sorgt unter anderem für Nahrung und Kleidung, überwacht die Hausaufgaben und sorgt für Freizeitaktivitäten. Der andere Elternteil zahlt den Unterhalt in Bar. Neben der Unterhaltsleistung für die Kinder muss er oft auch für den Expartner zahlen.
  • Unproblematisch für dem Alltag der Kinder: Das das Kind ständig bei einem Elternteil wohnt, gibt es kaum organisatorische Probleme mit Schule, Kita und Hobbys.

Nachteile:

  • Ein Elternteil wird leicht zum „Besuchs- oder Wochenendelternteil“. Er nimmt keinen Anteil am Alltag der Kinder und kennt daher viele ihrer Probleme nicht. Dafür neigt er oft zum Verwöhnen und untergräbt dadurch manchmal die Erziehung des betreuenden Elternteils.
  • Die Bindung zum nicht betreuenden Elternteil kann schwächer werden. Das Kind baut eine starke Bindung zu dem Elternteil auf, bei dem es lebt. Der andere Elternteil wird zu einem „guten Bekannten“ und wird nicht mehr als Vater beziehungsweise Mutter empfunden.

Hinweis: Die Trennung von Betreuungs- und Geldunterhalt ist der klassische Ausgangspunkt des deutschen Familienrechts. Die anderen Modelle sind daher deutlich erschwert.

Wechselmodell: Positive für die Kinder, problematisch in der Organisation

Beim Wechselmodell betreuen beide Eltern das Kind in etwa gleichen Anteilen, oft 50:50. Rechtlich und praktisch ist das ein Sonderfall, weil das Gesetz zunächst vom Residenzmodell ausgeht.

Vorteile:

  • Beide Eltern bleiben im Alltag stark eingebunden, da jeder Elternteil am täglichen Leben der Kinder teilnimmt. Jeder begleitet die Kinder bei den täglichen Sorgen und Freuden.
  • Das Kind kann zu beiden Eltern eine enge Bindung behalten, da es im Wechsel bei Vater und Mutter wohnt. Es empfindet keinen Druck sich für ein Elternteil entscheiden zu müssen.
  • Betreuung und Kosten werden gerechter verteilt wahrgenommen, da bei sich daran beteiligen. Es entsteht nicht das Gefühl, nur noch für das Zahlen zuständig zu sein oder mit der Verantwortung alleine gelassen zu werden.

Nachteile:

  • Beide Partner benötigen Wohnungen die kindegerecht ausgelegt sind. Alle wichtigen Anschaffungen für das Kind müssen doppelt erfolgen.
  • Es ist ein hoher Abstimmungs- und Organisationsaufwand erforderlich, der ständig neue Absprachen bedingt. In der Regel ist es kaum möglich sich die Betreuung genau zu gleichen Teilen aufzusplitten.
  • Die Eltern müssen sehr kooperativ sein und ein hohes Maß an Konfliktfähigkeit mitbringen. Es ist nicht einfach ständig auch den Alltag des Ex-Partners mit einzubeziehen.
  • Bei Streit zwischen den Eltern oder großer Distanz zwischen den Wohnorten ist das Modell kaum umsetzbar. Viele Problem lassen sich meistens nicht lösen. „Wo sollen die Kinder zur Schule gehen?“ „Wie wir mit Freizeitaktivitäten, beispielsweise Training im Sportverein verfahren?“

Wichtig: Auch m Wechselmodell entfällt die Pflicht zum Barunterhalt nicht automatisch. Beide Eltern bleiben unterhaltspflichtig; die Höhe richtet sich nach den Einkommensverhältnissen und den konkreten Mehrkosten, etwa für Fahrten oder doppelte Ausstattung.

Nestmodell: Ideal für die Kinder aber kaum durchführbar

Beim Nestmodell bleibt das Kind dauerhaft im „Nest“, also meist im bisherigen Familienheim, und die Eltern wechseln sich mit dem Wohnen dort ab. Dieses Modell ist stark kindorientiert, weil die Kinder ihre Umgebung nicht ständig wechseln müssen.

Vorteile:

  • Der Alltag des Kindes bleibt am stabilsten, da es in der gewohnten Umgebung bleibt und nicht ständig den Wohnsitz wechseln muss. Schule, Kita, Freunde und Hobbys können meist unverändert bleiben.
  • Das Modell erhält die Bindungen zu beiden Eltern wie beim Wechselmodeel, ohne dass die Kinder pendeln müssen.

Nachteile:

  • Das Modell ist in der Regel für viele Eltern zu teuer, weil sowohl die eheliche Wohnung als auch zwei weitere Wohnungen erforderlich sind.
  • In Berlin ist es kaum möglich zwei bezahlbare Wohnungen, die räumlich günstig gelegen sind zu finden.
  • Das Wechselmodell viel Kooperationsbereitschaft voraus, denn es müssen nicht nur unterschiedliche Erziehungsstile in Einklang gebracht werden. Beide Eltern nutzen die Wohnung, in der sie Kinder leben gemeinsam, wenn auch nicht gleichzeitig. Das heißt Die Eltern müssen sich auch über die Einrichtung, Anschaffungen und die Sauberkeit in der Wohnung einigen.

Hinweis: Der Unterhalt ist beim Nestmodell oft etwas „fließender“ als das Residenzmodell gestaltet. Die Betreuung vor Ort trägt bereits viel zum Unterh. In der Praxis werden Geldleistungen, Anschaffungen und die tatsächliche Betreuung häufig miteinander kombiniert; entscheidend sind die jeweiligen Einkommensverhältnisse und die gelebte Organisation.